Sitzmöbel Klöber

WENN DIE ARBEITSSTÄTTE ZUM LANDUNGSPLATZ WIRD

info

KUNDE: Klöber
GRÖßE: 600 qm
ORT: Owingen
FOTOS: Ben Decker
LEISTUNGEN: Strategie, Innenarchitektur, Innenausbau, Projektmanagement, Lichtplanung
Die vergangenen zwei Jahren haben viele Unternehmen zum Umdenken bewegt. Wo früher alles statisch und in bürokonformer Ordnung festgefahren war, wird heute inkommunikationsfördernden und anpassungsfähigen Strukturen gearbeitet. So auch bei der Firma Klöber in der Nähe vom Bodensee. „Wir wollen eine Arbeitswelt, in der wir uns begegnen“, formulierte der Sitzmöbelhersteller sein Anliegen.



Das Gefühl für die Unternehmensidentität mit den Werten und der Historie soll für alle Mitarbeiter erlebbar sein. Ziel ist es, das Team mitzunehmen in eine gemeinsame Zukunft, in der der Austausch und das lebendige Miteinander begünstigt werden. Auch wenn es bedeutet, dass nicht mehr jeder seinen angestammten und eigenen Arbeitsplatz hat. Allen voran der Geschäftsführer, der sein Büro aufgelöst hat und stattdessen am Laptop im Workcafé arbeitet. In einer solch bewegten Arbeitsarchitektur ist es umso wichtiger, den Mitarbeitern einen Ort zu geben, an dem sie andocken können. Daher wurde bei Klöber der gesamte Empfangsbereich mit Kaffeetheke und Sitzplätzen als Treffpunkt gestaltet, wo Begegnung und Gespräch möglich sind. Landungsplatz nennen sie bei Klöber diesen Ort.


Die Schreibtische selbst, in ihrer Anzahl um rund zwei Drittel reduziert, werden durch nahezu raumhohe Möbel zu ruhigeren Arbeitsbereichen zoniert. Selbst das Beleuchtungskonzept unterstützt das neue Raumkonzept bei Klöber. Mit dem extrem flexiblen Plusminus System von Vibia können die Leuchten und Strahler jederzeit verändert und der Situation angepasst werden.


Margarete Klöber, die das Unternehmen 1935 gründete, war ihrer Zeit weit voraus. „Die Freiheit besser zu sitzen, ist die Kunst, sich bei der Arbeit wohlzufühlen“, wusste sie damals schon. Mit ihrer mutigen Haltung und ihrem freudigen Entdeckergeist prägt sie bis heute die Unternehmenswerte. Und diese sind im umgebauten Büro überall zu spüren. Die zurückhaltenden Materialien – wie das gebürstete Eichenholz und die schwarz durchgefärbte HDF-Platten – erzeugen eine heimelige Atmosphäre und die raumtrennenden Möbeln dienen wie kleine Museumsinseln, wo historische Modelle zu entdecken sind, und auch als Kreativecken, wo getüftelt und bemustert wird. Wo es Stoffe, Skizzen und Entwürfe zu finden sind.



Die Sitzecke im Café wird von einem großangelegten Foto auf Lochblech geschmückt. Die Machart ist so gewählt, dass das Bild zunächst atmosphärisch erscheint. Erst bei genauer Betrachtung erkennt man das eigentliche Motiv – den Landungsplatz am Bodensee – und darin den Stolz des Unternehmens auf seine Herkunft und den Produktionsstandort. Das Firmenlogo von Klöber macht mit seinem dynamisch runden Symbol subtil darauf aufmerksam, dass Sitzen niemals starr sein sollte, sondern in ergonomischer Bewegung stattfindet. Dieser Ansatz, der ja auch die Denke des Unternehmens beschreibt – niemals starr, immer in Bewegung – wird als zentraler Infopoint im Workcafé figürlich dargestellt. Das Logo schlingt sich dreidimensional um eine vorhandene Säule. Auf einer Seite ist die runde Form aufgebrochen, so dass ein Stehtisch für den schnellen Plausch zwischendurch entstand. Und dieses Aufbrechen und das Entdecken neuer Möglichkeiten wurde dem Unternehmen von seiner Gründerin die Wiege gelegt.

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