Wir sind stolz auf Lukas!
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Was für ein cooler Typ! Lukas Kaut, der im zweiten Lehrjahr als Schreiner bei uns arbeitet, spielte in der deutschen Handball-Nationalmannschaft der Gehörlosen bei den Deaflympics in Tokio mit – und gewann die Silbermedaille.

Doch, von vorne: Lukas ist gehörlos. Zumindest dann, wenn er seine Cochlear Implantate nicht trägt. „Mit drei Jahren hörte ich immer schlechter, bekam Hörgeräte und dann war das Gehör irgendwann komplett weg“, erinnert sich der 20-Jährige. Heute ermöglichen die Implantate ihm ein Leben, das weitestgehend ohne Beeinträchtigungen ist.
Lukas ist aber auch Handballer. 2014 nach der WM wollte er, wie alle kleinen Jungs, Fußballstar werden. Schließlich landete der damals Neunjährige bei der Handballmannschaft des TSB Ravensburg – und blieb dabei. „Beim Spiel trage ich die Implantate unter einem Stirnband, kann mich also ganz normal mit den Mitspielern verständigen“, erklärt er.

BILD: DGSV

Mit Gesten auf dem Spielfeld

Anders hingegen bei der deutschen Nationalmannschaft der gehörlosen Handballer, zu der Lukas über eine Anzeige in einer Fachzeitschrift bereits mit 15 Jahren gekommen ist. „Wir tragen keine Implantate beim Spiel, müssen uns also über Gesten verständigen“, sagt er, ballt die Faust und spreizt seinen Daumen und kleinen Finger ab. „Schorle“ heißt diese Geste. Eine Auftakthandlung im Rückraum, die Spieler von der Mitte den Ball nach links spielen und dann nach rechts auflösen.

Und eine Taktik, die das deutsche Team bei den Deaflympics – den Olympischen Spielen der Gehörlosen – ins Endspiel gebracht hat. Für Lukas war es das zweite Mal, dass er mit der Mannschaft ins nicht-europäische Ausland durfte. 2022 hat er in Brasilien gespielt, jetzt in Tokio. Zwei Wochen lang verbrachte er in der japanischen Hauptstadt. „Das war schon ziemlich beeindruckend, eine riesige Stadt, so viele Lichter und Dinge, die man noch nie gesehen hat“, berichtet er. Zunächst gab es ein bisschen Sightseeing, dann war volle Konzentration auf die sechs Spiele angesagt.

Silber für Deutschland

Die Gegner hießen: Brasilien, Türkei, Japan, Kenia und Frankreich. Im Halbfinale gewannen Lukas und sein Team noch haushoch mit 29:18 gegen Frankreich. Am Ende standen sie gegen die Kroaten in der Halle – wie bereits bei vielen Spielen zuvor. Und leider verloren sie gegen den Topfavoriten auch wieder, 30:23. „Kroatien fördert seine Mannschaft enorm, es gibt sogar hohe Preisgelder“, sagt Lukas.

In Deutschland hingegen verdienen die Gehörlosenhandballer kein Geld. Etwa vier bis fünf Mal im Jahr treffen sie sich in Trainingscamps irgendwo in Deutschland, um auf Wettkämpfe zu trainieren. Finanziert wird das Ganze über den Deutschen Gehörlosen-Sportverband, den Dachverband des gesamten organisierten Gehörlosensports Deutschlands.  Rund 25 gehörlose Handballer gibt es nur in ganz Deutschland.

Umso stolzer sind die Knobis, dass ihr Lukas dabei ist. „Lukas hat uns über unsere interne Kommunikationsplattform aus Tokio berichtet“, sagt unsere Personalerin Annette Wildner, „wir haben regelrecht mit ihm mitgefiebert!“ Für KNOBLAUCH sei Vielfalt auch bei der Besetzung der Ausbildungsplätze wichtig, so Annette.

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