Man meint, die ersten Melodien bereits zu hören. Aleksandra Dimitrijevics Gesellenstück ist mehr als ein Möbel – es ist eine Bühne für ihr Keyboard. „Mein vorheriges Projektmöbel habe ich bereits meinem Hobby, dem Malen, gewidmet und einen Maltisch gebaut“, erklärt die 22-Jährige, „diese Reihe setze ich jetzt mit meinem Gesellenstück fort und habe ein Keyboardmöbel entworfen.“
Das Möbel bildet ein Klavier nach – sowohl optisch als auch funktionell. Ein geradliniger Korpus aus geöltem amerikanischem Nussbaum mit schwarz gepulvertem Stahlrahmen als Gestell. Dazu eine Klappe, die sich, ähnlich wie bei einem Klavier, öffnen lässt. In ihr befindet sich eine Auslassung für die Keyboard-Kabel und eine Notenablage.
Rechts eine Fläche für ein Laptop, die sich durch eine schwarze Linoleumeinlassung vom restlichen Möbel abgrenzt. Darunter eine Schublade mit Schwalbenschwanz-Verzinkung und Schloss, das wieder an ein klassisches Klavier erinnert. „Besonders herausfordernd waren die Gehrungen und dass die Klappe einwandfrei funktioniert“, sagt Aleksandra und streicht über das feine Holz mit auffälliger Maserung. Einen ganzen Hobbyraum will die Friedrichshafenerin einrichten – zwei Möbelstücke hat sie nun bereits.
Künftig wird sie das Schreinern allerdings vor allem als Hobby weiterführen. Aleksandra schlägt neue Wege ein – und wird noch eine kaufmännische Ausbildung absolvieren. „Dann bin ich sowohl handwerklich als auch kaufmännisch ausgebildet und kann mich entscheiden“, sagt sie.
Wenige Meter weiter steht Lennard Sauter vor seiner japanischen Stehlampe aus dunkler geölter Räuchereiche und hellem Ahorn. „Ich wollte etwas ganz Besonderes, Extravagantes, was den Leuten in den Köpfen bleibt“, erklärt er.
Entstanden ist eine 1,95 Meter hohe Lampe mit einem Panel, das an die japanische Kumiko-Schnitzkunst erinnert. Ist es eine Blume oder gar ein Stern, denn Lennard in die Lampe eingearbeitet hat? „Kann beides sein“, sagt er und lacht. Das Panel besteht aus vier aufwendig gearbeiteten Seitenwänden aus Ahornholz, die mit feinem Reispapier, sogenanntem Shoji-Papier hinterlegt sind – und somit viel Transparenz bieten. Die Wände sind auf Magneten gelagert, sodass sie für den Wechsel des Leuchtmittels ausgehängt werden können.
„Bei der Beleuchtung musste ich kreativ sein“, berichtet Lennard, „denn normalerweise haben diese Lampen nur einen Leuchtpunkt, was mir aber nicht gefiel.“ Deshalb habe er lange nach einem länglichen Leuchtmittel gesucht – und schlussendlich selbst eins gebaut aus Vierkant-Stahl mit einer speziellen LED-Beklebung. Die Lampe ist somit übers Handy steuer- und dimmbar. Getragen wird der Lampenschirm von vier Stollen, an die ein Radius von 36,5 Metern angefräst wurde. So wirken sie schön schlicht. Am unteren Ende des Schirms befindet sich ein handgezinkter Schubkasten, der auf einer Edelstahlnutleiste liegt.
Auch wenn Lennard sich für japanische Handwerkskunst begeistert, wird ihn sein Weg erstmal Richtung kanadische Westküste bringen. „Entweder arbeite ich dort als Schreiner oder ich studiere vielleicht auch Innenausbau“, sagt der 23-Jährige. Irgendwann will er aber auch auf jeden Fall noch den Meister machen.
Inken Baumann hat einen grünen Daumen – und viele Pflanzen zuhause. „Deshalb wollte ich ein Pflanzenregal bauen, um mehr Platz zu schaffen“, sagt Inken. Entstanden ist ein modular verstellbares 1,70 Meter hohes Regal aus geöltem Nussbaum und Stahlrohren mit einer Rauchchrom-Lasur.
Die Fachböden lassen sich demontieren und verstellen, sodass daraus in Kürze ein Sideboard wird. „So habe ich zum Beispiel dann doch ein Sideboard, falls ich mal was für den Fernseher brauche“, erklärt Inken.
Eine besondere Herausforderung war für sie, die Rundungen an den dicken Platten mit den Massivholzanleimern zu fräsen, da diese leicht ausgefetzt sind. Auch die durchgehende Grifflösung und die Umsetzung des modularen Systems seien in der Konstruktion aufwendige Punkte gewesen.
Für Inken geht die Reise bald weiter. Bis Oktober bleibt sie noch bei KNOBLAUCH und danach will sie erstmal ins Ausland.